FOCUSONBUSINESS
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Zahlreiche Spas sind in den letzten Jahren in Hotels entstanden, die häufig den Renta-bilitätsvorstellungen der Hoteliers nicht entsprochen haben, ob sie nun zu groß geplant wurden oder der Angebotsmix nicht stimmig war. Umgekehrt werden auch Anlagen zu klein gebaut, so dass die Nachfrage schon im ersten Jahr einen Aus-bau notwendig macht.
Dennoch: Jede Investition sollte ihr Geld verdienen und allein mit der Größe des Spas ist das in der heutigen Zeit kaum mehr zu schaffen. Flächeneffizienz ist hier das Schlagwort: Wie viel Umsatz kann pro Quadratmeter Spa-Fläche erwirtschaftet werden? Schöne Spas gibt es etliche, betriebswirtschaftlich wirklich erfolgreiche eher wenige.
Wie vermeidet man Fehleinschätzungen
bei der Planung? Da wird zu groß mit Energie fressenden Wasserflächen geplant, zu klein mit zu wenig Kabinen, was kurz-fristige Buchungen unmöglich macht, oder völlig ohne Wellness wegen der benach-barten Therme, bis die Gäste vehement ein Spa nur für Hausgäste fordern. Die große Frage bei der Planung eines neuen Spas ist, wohin sich der Markt entwickelt bzw. was der Kunde von morgen nachfragt.
Die Spa-Konzeption sollte auf jeden Fall zukunftsfähig sein. Da der Spa-Markt recht
schnelllebig ist und von Trends geprägt wird, gilt es zunächst zu analysieren, was die Erweiterung des Hotels um ein Spa bewirken soll und welche strategisch neue Marktpositionierung des „Gesamt komp-lexes“ angestrebt wird. Bei zahlreichen Spa-Planungen in den vergangenen Jahren ist der Markt überschätzt worden:
Es wurde zu groß geplant oder zu teuer gebaut. Hohe Investitionen für Attraktionen wie große Wasserflächen oder Private Spas gilt es sorgfältig zu überlegen. Diese rein aus Marketinggründen zu realisieren, macht
keinen Sinn. Selten ist es die reine Ausstattung, die den Kunden verzaubert und ihn zum Stammgast macht. Viel eher sind es ein schlüssiges ganzheitliches Wohlfühlkonzept und eine Dienstleistung mit Erlebnischarakter. Man sollte sich auch fragen, welche strate-gischen Ziele sich hinter der Spa-Idee verstecken. Warum soll überhaupt ein Spa geplant werden? Weil es gerade in Mode ist, weil die Wettbewerber auch ein Spa anbieten oder weil man neue Zielgruppen ansprechen möchte, um z.B. die bisherige Hotelklientel zu
verjüngen oder zu upgraden?
Die richtige Entscheidung treffen. Neben einer guten Idee sollte man sich eingehend mit dem Spa-Markt beschäftigt haben und eigenes Knowhow aufbauen, um mit einem hauseigenen und/oder externen Kompetenz-team das Spa-Projekt aus einem 360-Grad-Blickwinkel zu betrachten und zu bewerten. Wie gesagt, Spas gibt es mittler-weile viele, also warum sollen die Kunden gerade zu Ihnen kommen und welche Gäste-gruppen hätten Sie denn gerne?
Innovationen prägen unsere Wirtschaft und auch auf dem Spa-Markt sind Innovationen gefragt, die das Niveau des Marktes qualitativ entwickeln und dem Kunden einen nachvoll-ziehbaren Mehrwert bieten. Nur ein Mitbewer-berkonzept zu übernehmen, bringt ein Spa nicht unbedingt auf die Erfolgsspur. Eine gewisse Mindestgröße sollte das Spa schon haben, sonst wird es von den Gästen nicht als professionelles und hochwertiges Verwöhn-angebot wahrgenommen. Die Größe des Spas ist dabei abhängig von der Anzahl der Zimmer und dem Standort. Ist dieser eher ländlich, so wird man hauptsächlich Hotel-gäste als Spa- Klientel begrüssen können. Bei stadtnahen oder innerstädtisch gelegenen Standorten mit einem großen Einzugsgebiet innerhalb von 20 Fahrminutenlassen sich auch Day Spa-Gäste ansprechen. Wichtig ist, nicht unbedingt auf eine Spitzenauslastung des Spas am Wochenende zu zielen, sondern vielmehr auf eine gleichmäßige Nutzungs-frequenz unter der Woche.
Praxistipp: Richtgrößen für die Planung
Bei der Planung und Konzeption von Spa-Anlagen stellt sich die Frage nach der richtigen Größe und Dimensionierung – ein Balanceakt zwischen Kundenwünschen und Rentabilität, bei dem trotz Planung nach bestem Wissen und Gewissen immer wieder Überraschungen auftreten können.
Sauna: Nach Kriterien der IHA in Zusammen-arbeit mit den Wellness-Hotels-Deutschland beträgt die Saunamindestgröße zehn Plätze und zusätzlich je ein Saunaplatz pro zehn Hotelzimmer.
Nasszellen: Die Duschen sollten abhängig von der Anzahl und Größe der Saunen geplant werden: z.B. bei drei Saunen und ca. 50 Sitzplätzen zumindest sechs Duschen.
Ruhebereiche: Bei den Ruheräumen rechnet man als Anzahl der Liegen 40 % der Zimmer, mindestens jedoch 20 Liegen. Bei 50 Sitz-plätzen in der Sauna sollte zumindest die Hälfte an Liegen im Innenbereich zur Verfü-gung stehen sowie mindestens zehn Liegen im Außenbereich.
Behandlungskabinen: Die Anzahl der Kabinen hängt von der Intention des Betreibers bzw. vom Konzept ab. Grundsätzlich steigt die Kabinenanzahl in jüngster Zeit an, da sich mit Behandlungen ja Geld verdienen lässt. Wichtig ist hier die Ausrichtung des Spas: Liegt der Fokus auf Sauna und Pool oder auf dem Behandlungsbereich und dem Verkauf? Die Frage ist auch, ob man den Behandlungs-bereich selbst betreibt oder an externe Dienst-leister auslagert. Es empfiehlt sich, eigenes Know-how aufzubauen und das Day Spa selbst zu betreiben. Denn die Küche und das Restau-rant überläßt man ja auch nicht fremden Dienstleistern.

Spa-Planung und Konzeption • Is BIG beautiful?
Jörg Hidding • Referent bei Focus On Business