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Beginnen möchte ich diesen Artikel mit einigen weisen Worten, die Hendrik Markgraf, Chefredakteur der AHGZ anlässlich des 2. Deutschen Hotelkongresses der AHGZ in seinem Resumée ausgesprochen hat: "... so wird der Kampf um den Gast härter. Wer finanziell nicht gut aufgestellt ist, sich mit hohen Renditeversprechen und Pachten belastet hat, bekommt Probleme..."


Weiter heißt es an anderer Stelle: " Marktgraf prognostiziert  eine Renaissance alter Werte: "Im Gefolge der Rückbesinnung werden Nachhaltigkeit und Geborgenheit immer wichtiger und prägen die Hotelkonzepte" sagte Markgraf.  Diesen Gedanken dankbar folgend, könnten wir uns fragen:


 

Wieviel Wellness muss sein und  wie SPA-tanisch darf  Wellness sein ? 

Zur Krise der Nation - die  auch in der Hotellerie angekommen ist • Anke Weirich

weiter Seite 2Wieviel_Wellness_muss_sein_2.html

Wie viel Wellness muss wirklich sein - Wie viel Wellness honoriert der Gast ?


Oder: Wieviel Wellness erträgt/verträgt der Gast? Die Weltwirtschaftskrise gibt uns doch die unglaubliche Chance die  ausgetretenen Pfade all jener zu verlassen, die uns mit viel Wellness-Gesäusel eine schöne neue, um nicht zu sagen heile Welt, aber vor allem eine besonders teure Welt vorgaukeln wollten. Vielleicht sollte man  sich von Epikur leiten lassen (341-270 v. Chr): "Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts hinzu zu seinem Reichtum, sondern nimm ihm einigen von seinen Wünschen").


Der Hotelgast ist oft bescheidener als man denkt, und ihm Installationen und Dienstleistungen aufzuzwingen, weil jemand "ein paar spinnerte Ideen gehabt hat" und  sie nun mal da sind, weil  in sie investiert wurde, ist sicher kein Zeichen von nachhaltiger Gästebetreuung. Erinnern wir uns: Ein Hotel ist von Menschen für Menschen gemacht.  Gegenseitiger Respekt, der Wunsch dem Hotelgast einen möglichst angenehmen Aufenthalt zu gewährleisten. Rechtschaffenheit, Offenheit und wenn möglich: Magic Moments.  Zu meinem Hospitality-Verständnis gehört die Einsicht dass der Gast nicht auf der anderen Seite des Tresens zu finden ist, sondern im Hotel selbst.  Wie wäre es also mit Besinnung und Bescheidenheit und die Frage an Ihren Gast, den um den sich alles dreht und niemand anderen,  was er wirklich braucht?


Rückblende:  Der Event Focus on Business auf Mallorca im November 2008 war die Konsequenz einer Entwicklung entgegen zu treten der so manch Hotelier genauso blindlings folgte wie Aktienkäufern den Heil- und Reichtum versprechenden Analysten und Stockholder auf den Wertpapiermärkten. Ohne Wellness bist du nichts. Entweder ganz oder gar nicht, hieß die Devise.  Es scheint, dass so manch Hotelier zu spät und zu heftig, doch noch auf die Wellnesswelle aufspringen wollte, mit horrenden Investitionssummen, ohne wirkliches strukturiertes Rentabilitätskonzept.


Wie sonst sind " Wellnessdenkmäler " zu erklären mit 3 bis 5 Millionen Euro Investitionssumme bei gerade mal 60-70 Zimmern? Das Argument: "Man muss mit den Mitbewerbern mithalten können" wirkt schwach argumentativ wenn man einmal die Milchmädchenrechnung aufmacht und erkennt, dass bei diesen Investitionssummen pro Monat zwischen 30.000 und 50.000 Euro an Zinsen und Tilgung je nach Fremdkapitalanteil aufzubringen sind. Wie soll dies funktionieren?  Selbst eine höhere Zimmerauslastung dürfte  Investitionen in dieser Höhe kaum rechtfertigen.